ACO DGAV

Das Curriculum Chirurgische Onkologie

der Assoziation Chirurgische Onkologie

 

Die Assoziation chirurgische Onkologie wurde auf der Viszeralmedizin 2017 in Dresden gemeinsam mit den Arbeitsgemeinschaften der DGAV gegründet. Ihr Ziel ist es, das wichtige Gebiet der chirurgischen Onkologie innerhalb der Allgemein- und Viszeralchirurgie zu stärken und dessen Bedeutung für das Fachgebiet zu betonen.

DGAV

Die ACO ist Teil der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie.

Die DGAV fördert die Allgemein- und Viszeralchirurgie in Wissenschaft und Praxis durch Fort- und Weiterbildungen sowie durch Kongresse und vertritt sie auf allen gesundheits- und gesellschaftspolitischen Ebenen.

www.dgav.de

DGAV

Begründung des Curriculum Chirurgische Onkologie

Derzeit gibt es keinen Facharzt für chirurgische Onkologie in Deutschland, auch keine Zusatzbezeichnung chirurgische Onkologie, die die besondere Qualifikation eines Chirurgen auf dem Gebiet der Chirurgischen Onkologie bescheinigen kann. Das Chirurgisch Onkologische Curriculum der ACO (Assoziation Chirurgische Onkologie) soll den onkologischen Schwerpunkt in der Chirurgie stärken mit dem Ziel einer  verbesserten Qualität der onkologischen Weiterbildung und der Behandlungsqualität.

Im Rahmen von Kursen und Hospitationen werden Inhalte vermittelt, die durch das Europäische Examen im Rahmen des Kongresses Viszeralmedizin (auf Deutsch) geprüft werden. Die Absolventen werden den Titel FEBS/Chirurgische Onkologie dadurch erlangen. Chirurgische Onkologen sollen auf Augenhöhe mit anderen Behandlungspartnern in den Tumorboards für ihre Patienten die bestmögliche Behandlung gestalten können. Dieses setzt zum einen die Grundausbildung in allen onkologischen Disziplinen, zum anderen eine Kenntnis der aktuellen Studiendaten.

Das  Global Curriculum der ESSO und SSO

Das Curriculum Chirurgische Onkologie ist an das (Global) Curriculum Surgical Oncology der ESSO (European Society of Surgical Oncology) und SSO(Society of Surgical Oncology) angelehnt.

Die Prüfungen werden von den European Board of Surgery of the European Union of Medical Specialists zusammen mit der ESSO und der  ACO organisiert.

Das Global Curicculum ist seit 2013 auf der Homepage der ESSO veröffentlicht, siehe https://www.essoweb.org/global-curriculum/

Weitere Quellen: Are C, Berman RS, Wyld L, Cummings C, Lecoq C, Audisio RA

Global curriculum in surgical oncology, in Eur J Surg Oncol.2016 Jun;42(6):754-66.

Vorstellung des Deutschen Curriculum Chirurgische Onkologie (Vizeralonkologisches Curriculum)

Qualifizierung bestehend aus einem allgemeinen Teil:

  1. Karzinogenese (zelluläre Mechanismen der Karzinogenese)
  2. Karzinogene (Strahlung, Viren, Chemikalien etc.)
  3. Epidemiologie von Krebs (epidemiologische Verlaufsdaten, epidemiologische   Forschung)
  4. Früherkennung (Prinzipien, Bias, Risiken, Nutzen, Artendes Screenings
  5. Klinische Studien und Forschungsmethoden (Studiendesign, Regularien, Statistische Analyse)
  6. Strahlenbiologie (Wirkmechanismen, Arten der Strahlentherapie, Nebenwirkungen, Dosis)
  7. Chemotherapie (Chemotherapie, Wirkstoffklassen, Nebenwirkungen, gezielte molekulare Therapieansätze)
  8. Palliativmedizin (Symptomkontrolle, Patientenverfügung, -wille, sozialmed. Unterstützung)
  9. Psychoonkologie und Gesprächsführung

und einem speziellen Teil, gegliedert nach Organgruppen:

  1. Brustdrüse (nur Basiskenntnisse)
  2. Kolorektale karzinome: (Inzidenz, Aethiologie, Genetik, Pathologie, Staging, Diagnosestellung, Screening, chirurgische Therapie, Adjuvante Therapie, Therapie lokal fortgeschrittener und metastasierter Tumore. Psychoonko)
  3. Thorakale Karzinome (nur Basiskenntnisse)
  4. Oberer Gastrointestinaltrakt (Inzidenz, Aethiologie, Genetik, Pathologie, Staging, Diagnosestellung, Screening, chirurgische Therapie, Adjuvante Therapie, Therapie lokal fortgeschrittener und metastasierter und inkurabler Tumore. Psychoonko)
  5. Hepatobiliäre Malignomen (Inzidenz, Aethiologie, Genetik, Pathologie, Staging, Diagnosestellung, Screening, chirurgische Therapie, Adjuvante Therapie, Therapie lokal fortgeschrittener und metastasierter Tumore. Psychoonko)
  6. Hautkrebs und Melanom (nur Basiskenntnisse)
  7. Urologische bösartige Neubildungen (nur Basiskenntnisse)
  8. Endokrine bösartige Neubildungen (Schilddrüse, NSD, Nebennieren und endokrines Pankreas
  9. Sarkome
  10. Gynäkologische bösartige Neubildungen (nur Basiskenntnisse außer Ovarialkarzinom)
  11. Bösartige Neubildungen des Peritoneums

Zusätzlich werden allgemeine klinische Fertigkeiten vorausgesetzt:
klinische Untersuchung, Befundung von moderner Bildgebung, präoperatives Assessment, perioperative Betreuung, postoperative Betreuung und Rehabilitation, Bedeutung des interdisziplinären Tumorboards, Kommunikationsfähigkeiten

Anforderungen an die Weiterbildungsstelle:
Multidisziplinarität, Onkologie, Strahlentherapie, Radiologie, Pathologie, Psychonoklogie, Molekularbiologie

Quellen:

Surgical Oncology: Theory and Multidisciplinary Practice, Second Edition
Graeme J. Poston, Lynda Wyld, Riccardo A. Audisio

Evidenzbasierte Viszeralchirurgie maligner Erkrankungen: Leitlinien und Studienlage
Christoph-Thomas Germer, Tobias Keck, Reinhart T. Grundmann

AWMF Leitlinienprogramm http://www.awmf.org/awmf-online-das-portal-der-wissenschaftlichen-medizin/awmf-aktuell.html

Manual des Tumorzentrums München (Blaue Manuale)
http://www.tumorzentrum-muenchen.de/aerzte/manuale/login-download.html

Praktische Durchführung

Grundsätzlich sollen innerhalb eines Jahres Inhalte der Chirurgischen Onkologie vermittelt werden, verbunden mit einer Hospitationüber 1 Woche in einem CCC und einem Abschluss durch die UEMSPrüfung, die auf Deutschgehalten wird.
Von der Deutschen Krebshilfe geförderte Onkologische Spitzenzentren sind

  • Charité Comprehensive Cancer Center (CCCC)
  • Universitäts KrebsCentrum Dresden (UCC)
  • Universitätstumorzentrum UTZ Düsseldorf
  • Universitäts-Krebs-Zentrum Erlangen
  • Westdeutsches Tumorzentrum (WTZ), Essen
  • Universitäres Centrum für Tumorerkrankungen (UCT) Frankfurt
  • Tumorzentrum Freiburg – CCCF
  • Hubertus-Wald-Tumorzentrum – Universitäres Cancer Center Hamburg (UCCH)
  • Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg
  • Centrum für Integrierte Onkologie Köln Bonn
  • Universitäres Centrum für Tumorerkrankungen (UCT) der Universitätsmedizin Mainz
  • Südwestdeutsches Tumorzentrum – Comprehensive Cancer Center Tübingen-Stuttgart
  • Comprehensive Cancer Center am Universitätsklinikum Ulm (CCCU)
  • Comprehensive Cancer Center Mainfranken Würzburg
  • Comprehensive Cancer Center München

Zunächst können 10 Teilnehmer das Curriculum absolvieren (für die erste Prüfung können nur 10 Kandidaten zugelassen werden). Die Kandidaten müssen 2 ausgesuchte DGAV und 1 ESSO DGAV, ESSO, AIO, DGVS-AGIO oder DGHO Kurse innerhalb eines Jahres absolvieren müssen.  Die Kurse werden jährlich von der AG Curriculum Chirurgische Onkologie der ACO ausgesucht und mit dem Kandidaten bereits bei der Anmeldung abgestimmt.

Die Voraussetzungen für die Zulassung für die Prüfung  (EBSQ/UEMS) müssen vorhanden sein.

Abschluss

Die Abschlussprüfung findet im Rahmen des jährlichen Kongresses Viszeralmedizin statt. Sie wird von der ACO zusammen mit dem European Board of Surgery Qualifications (EBSQ)und dem European Board of Surgery of the Union of European Medical Specialists (UEMS) organisiert.

Bereits jetzt absolvieren die Prüfung auch Bewerber aus Deutschland (s. Abb).  Das neue Curriculum ermöglicht jedoch ein Viszeralonkologisches Curriculum, eine Prüfung auf Deutsch im Rahmen des jährlichen Kongresses Viszeralmedizin. Die erste Prüfung wird im Rahmen des Kongresses Viszeralmedizin 2019, 02. – 05. Oktober 2019, in den Rhein-Main-Hallen in Wiesbaden stattfinden.

Die DGAV hat ein Memorandum of Understanding mit der ESSO unterschrieben, ein wichtiger Punkt darin ist  das Curriculum CO und die Prüfung.

Die Zulassung für die Prüfung (EBSQ/UEMS)  erfolgt wenn:

  • FA für (spezielle) Viszeralchirurgie, dann mindestens 4 Jahre Spezialisierung onkologische Chirurgie, davon ein Jahr in einem nationalen oder internationalen Onkologischen Zentrum
    Tumorkonferenzteilnahme auch aktiv 1mal/Woche
  • chirurgische Ausbildung von erfahrenen Trainern, direktes Feed-back, Log-Buch, am Ende der Ausbildung soll der Qualifizierende in seinem Spezialgebiet komplexe Eingriffe selbständig und mit hoher Qualität durchführen können
  •  klinische Ausbildung  mind. 2 mal /Woche , diese soll auch Gesprächsführung, z.B. Überbringen schlechter Nachrichten beinhalten
  • Forschung, z.B. Patientenrekrutierung für klinische Studien, Kurse bezüglich Ethik, Recherchetechniken etc.
  • Regelmäßige Treffen mit Mentor bzgl. Ausbildung
  • Weiterzubildende sollen Zugang zu regelmäßiger hochwertiger Fortbildung erhalten, an nationalen und internationalen onkologischen Kongressen teilnehmen, Zugang zu medizinischer Literatur und Magazinen erhalten, An der Arbeitsstelle sollen die aktuellsten diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten vorhanden sein.
  • Absolviertes Curriculum der ACO über 1 Jahr ist vorhanden

Anmeldung

Die Anmeldung erfolgt direkt bei der ACO in der Geschäftsstelle der DGAV unter info@dgav.de
Die Erstbegutachtung erfolgt über die Kerngruppe Curriculum Chirurgische Onkologie.

IMPRESSUM

Deutsche Gesellschaft für
Allgemein- und Viszeralchirurgie e.V.
Haus der Bundespressekonferenz
Schiffbauerdamm 40
10117 Berlin

Tel.: +49 30 2345 8656 20
Fax: +49 30 2345 8656 25
E-mail: info(at)dgav.de
www.dgav.de